Der Shopify Warenkorb

Wie man mit einem nutzerorentierten Warenkorb Conversions steigern und Warenkorbabbrüche minimieren kann


Der Warenkorb ist essentieller Bestandteil jedes E-Commerce Stores. Er leitet nicht nur den Bezahlvorgang bzw. Checkout-Prozess ein, sondern dient vielen Kunden als wichtiger Ort für Ihre finale Kaufentscheidung.

Im Falle eines Shopify-Stores gewinnt der Warenkorb an besonderer Bedeutung. Da wir auf den nachfolgenden, ausgelagerten Shopify Checkout nur wenig Einfluss nehmen können, müssen wir bereits im Warenkorb auf diverse Painpoints der Kunden eingehen und rechtlichen Bestimmungen, wie dem Bestätigen der AGB und Datenschutzerklärung, gerecht werden.

Shopify Vorteile

Viele Merchants und auch Shopify Theme Designer schenken dem Warenkorb leider viel zu wenig Beachtung, was in der Praxis zu schlechten, nicht benutzerfreundlich gestalteten Warenkörben führt, die großes Potential auf der Strecke lassen.

Im folgenden Artikel werden wir näher beleuchten, welche Rolle(n) der Warenkorb im Bestellprozess spielt, vor welchen Entscheidungen potentielle Käufer stehen und vor allem was wir tun können, um die Usability im Warenkorb zu erhöhen, um so Warenkorbabbrüche zu minimieren und die allgemeine Conversationrate zu steigern.

Wirf auch einen Blick auf unsere Case Study „CRO mit Shopify: Warenkorboptimierung“!

Der Warenkorb als Merkliste

Nicht immer wenn ein Artikel im Warenkorb landet, steckt eine echte Kaufabsicht dahinter. Oftmals fungiert der Warenkorb nur als „Merkliste“, ein Ort an dem der Käufer interessante Artikel ablegt um sie später genauer unter die Lupe zu nehmen oder miteinander zu vergleichen.

Der User sollte es also einfach haben:

  • Produkte aus dem Warenkorb per Link aufzurufen
  • Relevante Produktinformation direkt einzusehen (z.B. die gewählte Größe oder Farbe)
  • Produkte aus dem Warenkorb zu löschen oder deren Menge anzupassen
The shopping cart must be more than a list of items, to support shoppers who use this page to make final purchase decisions.
Amy Schade, nngroup.com

Der Warenkorb als Kostenübersicht

Bei jedem Kauf spielen die Kosten einen nicht unerheblichen Faktor, besonders wenn mehrere Artikel gekauft werden. Der potentielle Käufer wird den Warenkorb im Laufe seines Einkaufs nicht nur als Merkzettel, sondern auch als Kostenübersicht benutzen. Dabei wird er, bewusst oder unbewusst, mit verschiedenen Fragen konfrontiert:

  • Bin ich noch in meinem gesetzten Budget?
  • Was kostet der Versand?
  • Kann ich durch eine höhere Bestellsumme kostenlosen Versand in Anspruch nehmen?
  • Kommen verdeckte Kosten auf mich zu?
  • Wie kann ich bezahlen?

Um die Entscheidung zu erleichtern sollten wir:

  • Einzelpreise, Summe klar ersichtlich darstellen
  • Versandkosten und deren Berechnungsgrundlage klar kommunizieren
  • Passende Produkte vorschlagen, die die Summe bis zum kostenlosen Versand entsprechend erhöhen (Siehe: Up- und Cross-Selling)
  • Bezahlmethoden klar und deutlich auflisten
Shopify Warenkorb Conversion Optimization
Beispiel für eine gelungene Präsentation von Trust-Elementen

Vertrauen schaffen im Warenkorb

Ist der Kunde mit seiner Artikelauswahl zufrieden, wird er seinen Fokus auf den Store im allgemeinen richten und je nach Onlineshopping-Erfahrung diverse Bedenken an den Tag legen. Damit er letztendlich einen Kauf tätigt, muss genügend Vertrauen in den Shopbetreiber und dessen Professionalität vorhanden sein. Auch online-affine User, die grundsätzlich bedenkenlos im Internet einkaufen, haben gewisse Ansprüche an das Auftreten des Onlineshops.

Potentielle Bedenken der Käufer sind zum Beispiel:

  • Steckt hinter diesem Onlineshop ein „legitimes“ Unternehmen?
  • Ist die Bezahlabwicklung sicher?
  • Was passiert mit meinen Kundendaten?
  • Erhalte ich unerwünschte Werbemails?
  • Muss ich einen Benutzer-Account anlegen?
  • Kann ich die Ware einfach umtauschen?
  • Kommt der Artikel rechtzeitig bei mir an?

Folgende Trust-Signale können diese Bedenken aus der Welt schaffen:

  • Gütesiegel wie z.B. das Trusted Shops Badge
  • Allgemein gutes Design und „aufgeräumtes Auftreten“
  • Hinweis auf einfachen Umtausch und ggf. angebotene Garantien
  • Social Proof: Testimonials und Kundenbewertungen
  • Einfach zugängliches Impressum und About-Seite des Unternehmens
  • Klar kommunizieren, dass ein Kauf ohne Kundenkonto möglich ist

Ease of Use: Benutzerfreundlichkeit ist wichtig

Während der User im Warenkorb viele, teilweise sehr persönliche Entscheidungen trifft, sollten wir ihn nicht mit zusätzlicher, kognitiver Last in die Quere kommen. Der Warenkorb sollte optisch und technisch so aufbereitet sein, dass er intuitiv zu bedienen ist und den User nicht in seiner Entscheidungsfindung ablenkt.

Shopify Warenkorb Conversion Optimization
Eine überlegte Priorisierung und klare Beschriftung von Call-to-action Buttons erhöht die intuitive Benutzbarkeit erheblich.

Usability-Maßnahmen im Shopify Warenkorb:

  • Vernünftige Anordnung, Beschriftung und optische Priorisierung der Call-To-Action Buttons
  • Elemente entfernen, die keine direkte Relevanz haben und / oder unklar sind
  • Die Mengenanpassung und das Löschen von Artikeln durch geeignete UI-Elemente so einfach wie möglich machen

Up- und Cross-Selling

Grundsätzlich ist der Warenkorb ein idealer Ort, um den Kunden auf zusätzliche, zu seinem Kauf passende Produkte aufmerksam zu machen, jedoch ist das Thema „Up-Selling“ hier mit Vorsicht zu genießen, da wir dem Käufer eine weitere Entscheidung aufzwingen.

When people are presented with too many choices, they get overwhelmed and are less likely to purchase
Danny Wong, conversio.com

Mit Bedacht ausgewählte Cross-Selling Produkte, die dem User den Bestellprozess vereinfachen und Entscheidungen abnehmen, sind jedoch eine gute Idee.

Beispiele für gutes Crossselling:

  • Passende Zusatzartikel (passende Glühbirne zur Designerlampe)
  • Preislich passende Artikel, um die Schwelle zum kostenlosen Versand zu erreichen

Abandoned Cart E-Mails

In einem Artikel, in dem das Schlagwort „Warenkorbabbrüche“ fällt, darf das Thema „Abandoned Cart E-Mails“ natürlich nicht unerwähnt bleiben. E-Mails, die einen potentiellen Käufer an seine liegengelassene Bestellung erinnern, sind aber nicht erst seit in Kraft treten der DSGVO rechtlich bedenklich.

Wer das rare Einverständnis seiner (Bestands-)Kunden vorweisen kann, kann mit einer geschickt getexteten E-Mail sicher noch den ein oder anderen Kauf retten. Ist dies nicht der Fall, sollte man seinen Fokus besser auf eine perfekte Customer Experience legen, um Warenkorbabbrüche im allgemeinen zu minimieren.

Fazit

Im Warenkorb trifft ein Kunde viele, nicht nur produktbezogene Entscheidungen. Als Merchant sollte man alles dafür tun, ihn bei seiner Entscheidungsfindung zu unterstützen und den Warenkorb so benutzerfreundlich wie möglich zu gestalten.

Außerdem ist der Shopify-Warenkorb die letzte Möglichkeit, mangelndes Vertrauen bei unserem potentiellen Käufer aus der Welt zu schaffen.

Von der Theorie zur Praxis

Wie eine Warenkorbanalyse mit anschließender Optimierung in der Praxis aussehen kann, erläutern wir in unserer Case Study „CRO mit Shopify: Warenkorboptimierung“

zur Case Study

Vom Händlerbund empfohlene Agentur Shopify Expert Google Zertifizierung für mobile Websites

Links & Quellen

Wer sich weiter mit dem Thema Warenkorb und Usability befassen möchte, findet hier ein paar relevante Links zum Thema: