Shopify Erfahrungsbericht: Happy Coffee

Entrepreneur Christian Häfner über sein Projekt happycoffee.org, Shopify und Customer Retention


Wer könnte unseren Lesern einen authentischeren Einblick in die Arbeit mit Shopify bieten, als jemand der selbst einen erfolgreichen Onlineshop auf Basis von Shopify betreibt?

Im ersten Teil unserer Shopify Erfahrungsberichte erfahrt ihr, wie Christian seinen Nischen-Blog zu einem Shopify Store ausgebaut hat und welche Rolle Design, Content Marketing und Customer Retention für sein erfoglreiches E-Commerce Projekt spielen.

Christian Häfner
Christian Häfner
www.happycoffee.org

Hallo Christian! Bitte stell dich unseren Lesern kurz vor.

Ich bin Christian Häfner und an verschiedenen Stellen unternehmerisch tätig. Eines meiner Projekte ist Happy Coffee, ein Blog mit angeschlossenem Onlineshop, bei dem es sich, wie schon der Name vermuten lässt, ganz um das Thema Kaffee dreht.

Gib uns etwas mehr Hintergrund zu Happy Coffee, wie kam es dazu?

Ursprünglich war Happy Coffee ein reines Blogprojekt, dass aus einer Leidenschaft für das Thema Kaffee heraus entstanden ist. Ich wollte die ganze Kette, also wie das Produkt entsteht transparent machen und dem Ganzen eine schöne Plattform geben. Wer sind die Kleinbauern, die den Kaffee anbauen, wer sind die Röster, wie bereite ich meine Kaffee zu.. und so weiter. Neben reinen Kaffee-Themen geht es dann auch noch um gesunde Ernährung und gesunde Lebensmittel, eben alles was um das „bewusste“ Leben geht.

Kurz nach Start des Blogs viel mir dann die „4 Hour Work Week“ von Tim Feriss in die Hände und ich dachte mir: „Das muss ja auch mit Kaffee funktionieren“. Ich habe dann mit einem Röster zusammengearbeitet und die erste Charge Happy Coffee kaufbar gemacht. Das waren damals 300kg, was sehr wenig ist. Ich hatte dann wegen meines Startups FastBill keine wirklichen Ressourcen für Happy Coffee und es blieb erstmal bei einem Blogprojekt. Ich hatte einen anderen Anspruch an das Produkt und wollte nicht irgendeinen Kaffee verkaufen.

Über die Zeit habe ich immer wieder Leute bezahlt, die am Blog mitgeschrieben haben, einfach weil ich dachte, dieses Thema muss Fuß fassen und ganz alleine schaffe ich es dann auch nicht. 2015 kam dann wieder die Idee auf, aus dem vorhandenen Traffic was zu machen. Ich habe dann ein Jahr mit verschiedenen Röstern gesprochen und deren Produkte getestet. Daraus ist dann Ende 2015 der Happy Coffee entstanden, den ich bis heute verkaufe. Es hat also 7 Jahre gedauert von Blogstart bis zum richtigen Shop.

Das heißt, die Marketingstrategie war von Anfang an reines Contentmarketing?

Zunächst, Ja. Als ich das Produkt eingeführt habe, hatte ich circa 15.000 Leser pro Monat. Ich bin davon ausgegangen, dass man denen auch was verkaufen kann. Allerdings hat das nur sehr, sehr schlecht funktioniert. Alternativ dazu habe ich mich dann dem Thema Amazon gewidmet und dort auch mit einem Dienstleister zusammengearbeitet, der mir geholfen hat das Listing zu optimieren. Das hat erstaunlicherweise sehr schnell sehr gut funktioniert. Wir haben nach nur einem Jahr monatlich über 1.500 Einheiten über Amazon verkauft.

Aber ab dem Moment, auf dem Happy Coffee auf Amazon so erfolgreich war, wuchs dann auch die Angst zu sehr in eine Abhängigkeit zu geraten.

Und diese Angst war dann auch berechtigt. Zu Beginn 2017 gingen die Verkäufe rapide runter, 10% bis 15% pro Monat, was definitiv keinen Spaß gemacht hat. Ich habe dann beschlossen, eine Parallelstrategie zu fahren und überlegt, wie man den organischen Traffic des Blogs auf unseren Shopify Store bringen kann. Das war am Ende eine goldrichtige Entscheidung. Mittlerweile machen wir fast die Hälfte unseres Umsatzes über Shopify.

WooCommerce wäre für einen Blog auf Basis von Wordpress die naheliegende Wahl für einen angeschlossenen Shop gewesen. Warum fiel die Wahl dann doch auf Shopify?

Natürlich habe ich mich zuerst mit WooCommerce beschäftigt. Allerdings bin ich kein Entwickler und hatte keine Lust, mich ständig mit technischen Dingen zu befassen, wenn es wo anders auch einfacher laufen könnte.

Shopify ist sowas wie das Apple der Shopsysteme — das stellt man an und es funktioniert.

Ich hatte am Anfang den Einsteigertarif, hab dann aber relativ schnell geupgradet. Und damit bin ich echt happy, gerade auch weil es viele Addons für alles Mögliche gibt. Klar kann man sich das auch alles irgendwie in WooCommerce bauen, aber bei Shopify ist auf einen Klick Alles verfügbar und offensichtlich auch qualitätsgeprüft. Es funktioniert und macht viel Spaß weil ich mich überhaupt nicht mehr um den Shop kümmern muss und mich ganz auf den Verkauf konzentrieren kann.

Auch die Migration des Wordpress-Blogs zu Shopify war reibungslos. Wir mussten zwar die Bilder nochmal manuell hochladen, aber das haben wir zu zweit in ein paar tagen geschafft und als Anlass genommen nochmal alle Texte durchzugehen. Der Blog ist jetzt superschnell, das ist auch nochmal ein Riesenvorteil. Google ist uns dankbar dafür, wir ranken jeden Monat besser.

Anmerkung: Warum Christian Shopify benutzt, erläutert er hier nochmals im Detail.

    Christians Shopify App Empfehlungen

    Empfehlung
  • ReCharge für das Kaffee-Abonnement
  • Google Shopping Feed für die Synchronisation mit Google Shopping
  • KIT vor allem wegen des täglichen Reports im facebook Messenger
  • Affiliatly für ein eigenes Empfehlungsprogramm
  • Intercom für den Customersupport und Email Automatisierung. Auch dazu schreibt Christian ausführlich hier.

Ihr bietet im Shop ein „Kaffee-Abo“ an. Wird das von euren Kunden gut angenommen?

Das Abomodell läuft für uns sehr gut. Kaffee ist ja ein Verbrauchsprodukt, wenn er leer ist braucht man Neuen! Allerdings mussten wir das Abo vom Konzept her zunächst so gestalten, dass es vom Kunden auch angenommen wird. „Abo“ ist im Deutschen ja eher ein Angstwort und die Leute befürchten, aus der „Abofalle“ nicht mehr rauszukommen. Wir haben das Abo eher als Assistent verstanden, der dich in einem bestimmten Intervall an eine Neubestellung erinnert. Der Kunde kann sehr einfach eine Bestellung verschieben oder ganz überspringen.

Wir gewinnen jeden Tag neue Abo-Kunden und viele davon sind auch schon richtig lange dabei. Es springt auch immer mal wieder jemand ab, aber in der Summe ist es ein richtig erfolgreiches Modell für uns. Generell wird unser Produkt von 60% unserer Kunden mehr als einmal gekauft. Und von diesen 60% nutzen relativ viele das Abo, weil es wesentlich bequemer ist und man auch noch die 10% Dauerrabatt erhält.

Die Herausforderung ist hier tatsächlich, den ersten Sale zu schaffen. Ich bin im B2C-Bereich relativ neu und musste erst einmal lernen, wie das funktioniert. Man muss hier viel mit Promotions, Email-Funnels aber auch Affiliates arbeiten und sehr gezielt schauen, wo man seine Kunden abholt.

Das bedeutet, dass eine langfristige Kundenbindung, oder „Customer Retention“ wie es so schön heißt, einen hohen Stellenwert für euch hat?

Defintiv. Im B2C-Bereich ist es viel wichtiger, die bestehenden Kunden zu Bestandskunden zu machen, als nur einmal Neukunden zu gewinnen. Das ist unser Hauptfokus, die Kunden zum Wiederkauf zu bringen und unseren Service so gut wie möglich zu verkaufen. Und dazu gehört auch E-Mailmarketing, Support und natürlich auch unser Abo.

Jetzt wo wir wissen, dass 60% unserer Kunden mindestens ein zweites Mal kaufen, können wir natürlich auch viel mehr Geld investieren um einen ersten Sale zu machen. Teilweise verdienen wir beim ersten Sale noch gar nichts, sondern erst beim zweiten oder dritten Sale.

Welchen Stellenwert hat Design als Teil eurer Geschäftsstrategie?

Das ganze Thema ist für uns super wichtig. Ich glaube, dass ohne Design im Internet gar nichts mehr geht. Natürlich musst du ein gutes Produkt haben, es muss schmecken beziehungsweise funktionieren. Aber wie man sich als Marke darstellt, sei es auf der Homepage oder auf Instagram, facebook und Co — das ist extrem wichtig. Das betrifft bei uns auch die Verpackung.

Die extrem hohe Qualität des Produkts muss sich im Design wiederspiegeln und vor allem auch im Content.

Wir investieren viel Zeit und teilweise auch Geld in guten, hochwertigen Content, damit Happy Coffee als Marke auf allen Kanälen hochwertig wahrgenommen wird. Nur so kann man am Ende jemanden dazu bringen, dass er ein Kilo Kaffee für 23 Euro oder mehr einkauft. Das funktioniert einfach nicht, wenn du ein scheiss Design hast. Das komplette Kundenerlebniss muss von vorne bis hinten stimmen.

Siehst du aktuell einen bestimmten Trend im E-Commerce? Gibt es ein Thema, dass euch bei Happy Coffee besonders beschäftigt?

Ich sehe, dass immer mehr mobile passiert. Das ist jetzt kein neuer Trend, aber ein stetig Wachsender. Und das ist gut. Ich suche immer noch nach Lösungen, wie ich aus den 60% Mobile Usern noch mehr rausholen kann.

Was ich auch immer mehr sehe, beziehungsweise als Trend wahrnehme, ist die Communitybildung rund um ein Produkt. Ganz konkret bin ich auf facebook in einigen Kaffegruppen Mitglied und es ist krass, wie intensiv sich die Leute dort z.B. mit Kaffeemaschinen beschäftigen. Wenn man es schafft, dort eine Präsenz zu bekommen, ist das viel Wert. Das ist ein langwieriger Prozess, aber wenn man da einmal drin ist und als Marke gehandelt wird, die alle empfehlen, kommen dadurch auch andere Kunden zustande. Wir sehen auch, dass die Refferals von unseren Affiliates super gut konvertieren, verglichen mit dem organischen Traffic.

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